Gründer

Jiří Ryžuk

Ein Leben mit Sport

Es ist ein Glück, wenn der Sport, oder die bloße Freude an der Bewegung, zur Liebe für´s Leben wird. Ich glaube das, weil es mir so in meinem Leben passiert ist. Dafür bin ich allen sehr dankbar, die ein Vorbild, eine Inspiration und eine Unterstützung für mich waren.  

Erinnerungen an meine Kindheit in der kleinen Stadt Brezova in der Nähe von Sokolov sind mit vielen Erfahrungen verschiedener körperlicher Aktivitäten verbunden. Das Spektrum unseres Sportwettkampfes war zu dieser Zeit wirklich sehr breit. Meistens war es Strassenhockey, das wir „Bandy“ nannten, und spielten es, sowie Fußball, das ganze Jahr über und wo immer wir konnten. Auch Tennis, anfangs mit aus Holz geschnitzten Schlägern, auf einem nicht sehr geraden Sandplatz mit einer Wäscheleine statt einem Netz. Oder Schlittenrennen, Dodgeball, diverse Leichtathletik-Wettkämpfe oder Skispringen auf einer kleinen Schanze, die wir am Hang hinter der Stadt sorgfältig gebaut haben, wenn der Schnee fiel. All dies, und Gott weiß, was sonst, konnte praktisch überall gespielt werden und wann immer wir es wollten. Und es war fast immer. 

Zu dieser Zeit hat auch unser erstaunlicher Sportlehrer an der örtlichen Schule, Herr Krocak, der auch das Athletikteam im Sportverein Olympia leitete, unsere Wettkampf- und Sportleidenschaft deutlich geweckt und weiterentwickelt. Wie die überwiegende Mehrheit meiner Klassenkameraden habe auch ich mich immer sehr auf seine Sportstunden und freiwillige Sportspiele gefreut. Ebenso wie das Training mit Herrn Prochazka, der unser großartiger Trainer in der Fußballmannschaft war. 

Eine Inspiration und große Vorbilder waren natürlich auch erfolgreiche Sportler der damaligen Zeit, die wir aus dem Fernsehen kannten. Einmal waren wir zum Beispiel die Eishockey-Weltmeister Gebrüder Holik, dann wieder der berühmte Fußballer, Schützen des siegreichen Elfmeters aus dem Belgrader EM-Finale, Antonin Panenka oder der Wimbledonsieger Jan Kodes. Oder auch viele anderen berühmten Athleten von damals.

Auf mein herzliches Verhältnis zum Sport hatte sicher den größten Einfluss meine Familie. Papa war, und ist ein großer Sportfan. Er spielte auch Hockey und Fußball selbst auf Amateur-Niveau. Ich besuchte mit ihm nicht nur zu Eishockey- und Fußball-spiele, sondern auch Volleyball, Boxen oder Speedway.  In dem Eishockeyclub von Banik Sokolov arbeitete er fast vierzig Jahre als Trainer. Er tat es immer nach der Arbeit. Er ging durch alle Kategorien. Im Laufe der Jahre trainierte er die Anfänger, die Schüler, die Junioren und die Erwachsenen. Die Eishockey-Begeisterung meines Vaters hatte natürlich den größten Einfluss darauf, dass Eishockey auch bei mir gewonnen hat. 

Meine Mutter und meine Großmutter waren nie große Fans von Eishockey, aber sie kümmerten sich sehr um alles Zuhause und unterstützten meinen Sport immer liebevoll. In den frühen Tagen, als ich als Siebenjähriger bei den Anfängern noch meine ganze Ausrüsstung mit nach Hause nehmen musste, begleitete mich meine Großmutter zu Trainingseinheiten und hatte immer eine Thermoskanne mit warmem Tee und ein Snack dabei. Mein Großvater war kein aktiver Sportler, aber er hatte auch einen Einfluss auf mein positives Verhältnis zur Bewegung. Beim Pilzesammeln mit Opa, und auch mit Papa, sind wir immer viele Kilometer in den umliegenden Hügeln gelaufen. Ein Naturkraftraum war z.B. auch das holzmachen oder verschiedene andere Arbeiten im Garten bei Opa.

Gerne erinnere ich mich auch an meinen organisierten Sport bei Banik Sokolov (Eisockey) und bei Olympia Brezova (Fußball). Niemand hat mich jemals in irgendetwas gedrängt. Mein Vater hat mich manchmal  auf dem Eis bei seinen Mannschaften mitlaufen lassen. Und ich mochte die Art und Weise, wie ältere Jungs das Eishockey spielen können. Also bat ich darum, an der Rekrutierung für die Anfänger von Banik teilzunehmen. Ich erinnere mich sehr gut an diesen Tag. Zusammen mit den Jungs, die mit mir in den Club aufgenommen wurden, haben wir es als großen Erfolg gewertet. Und als ich mich in den Fussballverein Olympia angemeldet hatte, wussten meine Eltern nicht einmal davon. 

Ich habe mich auf das Eishockey und Fußballtraining vor allem deshalb gefreut, weil die Stimmung in den Mannschaften für mich sehr angenehm war und wir im Training immer viel gespielt haben. Wir haben uns über die Siege gefreut, die Trainer haben uns bei Niederlagen nicht geschimpft.

Eine etwas andere Erfahrung habe mit dem Tennis gemacht. Eines Tages, als meine beiden Freunde und ich in einer heftigen Tennisschlacht auf dem Volleyballplatz in Brezova waren, beobachtete uns der Vater eines Jungen, der bereits in Sokolov Tennis spielte. Zu dieser Zeit hatten wir schon reguläre Tennisschläger, ein Volleyballnetz und uns fehlten nur die Schlüssel zum Tor des Platzes. Also mussten wir über den Zaun klettern. Der Herr hatte nichts dagegen. Er war ein Funktionär vom Tennisclub in Sokolov und fragte uns, ob wir für seinen Verein spielen wollten. Natürlich waren wir uns einig und freuten uns darauf, bald auf einem echten Platz mit einem Netz zu spielen, durch das der Ball nicht gehen würde. Bei unserem ersten Besuch im Tennisclub wurden wir von einem Trainer übernommen, der die kurze Begrüßung mit der Information beendete, dass wir zuerst die vorgeschriebenen Arbeitstunden erfüllen müssen. Nach ein paar Besuchen im Club haben wir diese erfüllt und freuen uns auf das Spiel. Es stellte sich jedoch heraus, dass der nächste Schritt in der methodischen Linie des Trainers die Fertigkeiten der Balljungen sind. Wir drei, die auf dem Brezova Center Court um Wimbledon-Trophäen kämpften, verbrachten unsere Trainingszeit damit, Bälle über die Linien zu rollen. Aber die Chance, unsere Tennis-Fähigkeiten dem Trainer zu zeigen, ist gekommen. In dem Moment, in dem er uns wieder Bälle sammeln ließ, diesmal ohne seine Aufsicht, wurde ein Platz frei. Wir haben die Chance sofort genutzt und haben angefangen zu spielen. Zwei gegen Einen. Wir dachten, dass unser Spiel überhaupt nicht schlecht aussah. Aber der Trainer dachte nicht so. Er kehrte uns schnell zur ursprünglichen "Trainingsaktivität" zurück und "motivierte" uns dadurch, dass wir beim nächsten Mal an der Wand spielen können. Bereits auf dem Heimweg mit dem Stadtbus nach Brezova sagten wir, dass wir zurück zum Heimplatz gehen würden und so beendeten wir unsere kurze Zugehörigkeit zum Tennisclub. Wir hatten dann wieder Spaß am Tennis auf unserem Volleyballcourt und wir genossen alle anderen Wettkämpfe in dem Sport, in dem die Trainer uns im Training auch spielen ließen. Einer dieser beiden Freunde, der auch Hauptstütze unseres Schulleichtathletikteams war, erzielte später viele Tore für die Erste Fußballmannschaft von Banik und bei seinem ausländischen Engagement in den unteren Ligen in Deutschland. Der andere, der mit seiner Grösse über uns war, und wahrscheinlich deshalb für unsere Fußballmannschaft im Tor spielte, schaffte es später mit Basketball bis in die Nationalmannschaft. Und ich ging nach der neunten Schulklasse wegen dem Eishockey nach Pilsen. Dazu ein wenig später. 

Vielleicht hätte einer von uns im Tennis erfolgreich sein können. Ich denke, wir drei haben das Spiel damals wirklich geliebt. Aber zum Glück hatten wir andere Möglichkeiten, unsere sportlichen Leidenschaften zu verwirklichen.

Neben diesen beiden Freunden sind bei uns noch einige andere Jungs aufgewachsen, die später in verschiedenen Sportarten auch auf höchstem Niveau erfolgreich waren. Und auch viele andere, die den Sport immer noch lieben, auch wenn sie nicht zu Spitzensportlern geworden sind.

Diese relativ unbeschwerte sportliche Kindheit endete im Alter von 15 Jahren mit meinem Transfer nach Pilsen. Es war nicht einfach für einen Teenager aus einem kleineren Club, zu einem Grossverein wie Skoda Pilsen zu gehen. Außerdem war war meine Kondition nicht optimal. Hinzu kommt der Übergang zum anspruchsvollen Studium der Bauwirtschaft mit Internat. 

Aber irgendwie habe ich diese Anfänge durchgemacht und mich allmählich an die neue Umgebung gewöhnt. Der Lohn war unter anderem, dass ich Teil der Mannschaften sein konnte, mit denen wir nach und nach drei Republikmeisterschaften gewonnen haben. 

Viele meiner damaligen Teamkollegen schafften später den Sprung höchste Liga. Ich konnte mich dort nicht etablieren. Natürlich bin ich dafür verantwortlich, dass ich mich nicht behauptet habe. In meinem letzten Jugendjahr rief mich der damalige Trainer der Profis an, nach dem Abitur zur Hockeyarmee zu gehen. Aber ich hatte damals andere Pläne. 

Mir half ein Hockeyfreund aus Sokolov, mit dem wir manchmal gemeinsam mit dem Bus nach Pilsen fuhren. Er studierte Sport an der Uni und erzählte mir, wie dort den ganzen Tag Sport in der Schule gemacht wird. Darüber hinaus werden dort Ski-, Wander- oder Bootskurse gemacht. Als ich mich während seiner Erzählung an unseren Sportlehrer, Herrn Krocak, erinnerte, wusste ich schonn im Bus, dass ich auch Sport studieren wollte. 

Eine kleine Komplikation zu dieser Zeit war die momentane Meinungsverschiedenheit  mit meiner Mutter, die bereits mit meiner Professorin an der Bauschule vereinbart hatte, dass es für mich definitiv das beste Studienfeld ist. Aber ich hatte einen anderen Plan. Der Trainer des Profiteams von Skoda hat mich in den Kader aufgenommen. Und ich versuchte das Sportstudium mit Eishockey auf höchstem Niveau zu kombinieren. Es hat nicht funktioniert. Ich habe zwei halbe Sachen gemacht. Der Coach warf mir vor, das Training verpasst zu haben, und in der Schule warfen sie mir vor, nicht zu Seminaren und Vorlesungen gegangen zu sein.  

Einige Mitspieler studierten mit einem individuellen Plan. Ich habe mich damals für ein normales Studium entschieden. Und spielte, parallel zu meinem Studium in Pilsen, für Sokolov in der zweiten und später in der dritten Liga. Zusammen mit meinem Studienkollegen und Mitspieler Miro Prerost,  begannen wir zusammen die Zukunft als Sportlehrer und Coaches bei Banik Sokolov zu planen. Wir haben damals nicht viel in der Mannschaft trainiert, aber wir haben unser Studentenleben in vollen Zügen genossen. Neben Hockey und Sportpraxis in der Schule, machten wir regelmäßig Skiausflüge in den Böhmerwald oder spielten Fußball für unsere Unimannschaft. Und während der Universitätzeit, wurden wir akademische Champions der Republik mit dem Eishockeyteam unserer Fakultät. Und das zweimal hintereinander. Ich habe meine Entscheidung, die Schule vor den Eishockey zu stellen, nie bereut. Die Studentenjahre waren wirklich wunderbar. Nach dem Ende der Schule haben wir auch zusammen mit Miro In Klatovy im Drittliga-Militärclub zusammengespielt. Dort hatten wir das Glück, mehrere Monate unter einer wahren Trainerlegende, Herrn Vlastimil Sykora, spielen zu können. Der Vater von, Marek Sykora (später ein sehr erfolgreicher Trainer), hat unsere bereits starke Sportleidenschaft noch mehr gestärkt. Und er inspirierte uns zum Trainerberuf. Ich wechselte unmittelbar nach dem Ende der Saison für die restlichen sechs Monate der Armeezeit als Trainer zu VTJ Suice und Miro blieb, als Trainer, zusammen mit Herrn Sykora, auch nach der Armeezeit in Klatovy. Deswegen, aber nicht nur deshalb, platzten unsere gemeinsamenn Pläne bei den Eishockeysportklassen in Sokolov als Trainer und Lehre anzufangen.  

Ich begann diese Arbeit, gleich nach meiner Militärzeit, mit einem anderen, ähnlich sportlich veranlagten Studienfreund und ehemaligen Teamkollegen aus der Jugend von Sokolov, mit Jiri Svitak. Gemeinsam haben wir dann mehrere Jahre lang mit großem Eifer Jungs in den Eishockey-Sportklassen ausgebildet und in der Schule unterrichtet. Wir hatten damals eine tolle Zeit mit dieser Arbeit. Vor allem, weil die meisten Jungs das Eishockey, so wie andere Sportarten, wirklich liebten. Genau so wie wir. Wir haben uns gegenseitig motiviert. Ich freue mich, dass sich einige dieser Jungs, trotz unserer damaligen Trainer-Unerfahrenheit, ihre Träume erfüllt haben und sehr erfolgreiche Spieler geworden sind. Die Namen Tomas Vokoun, David Hruska, Vaclav Benak und Radek Duda sind im Eishockey bekannt. Und ich freue mich auch sehr, dass Vaclav Eismann ein sehr erfolgreicher Trainer wurde. Nach seinem Studium und seiner Spielerkarriere in der 2. und 3. Liga begann er für die Jugend von Karlsbad zu arbeiten und durchlief Kategorien von der ersten Klasse bis zu den Junioren. Mit der U18 gewann er den Meistertitel der Tschechischen Republik. Wir sind jetzt in unserer gemeinsammen 17. Saison zusammen im Verein. Vaclav ist seit mehreren Jahren Cheftrainer der Akademie und auch Cheftrainer der tschechischen U17-Nationalmannschaft, mit der er 2019 bei den inoffiziellen Weltmeisterschaften dieser Kategorie in Kanada die Bronzemedaille gewann. 

Ich habe aufgehört mein eigenes Spiel zu spielen, als ich von der Armee zurückkam. Meine Frau Marcela und ich planten eine Familie und kamen zu einer Vereinbarung, dass es ausreichen würde, als Trainer und Lehrer zu arbeiten, und ich auf das Spielen verzichten werde. So habe ich noch etwas Zeit für Familienaktivitäten. Zum Zeitpunkt des Endes des totalitären Regimes in unserem Land wurde unser Sohn Jiri Junior geboren und ich hatte die Möglichkeit, dank offener Grenzen ein ausländisches Coaching-Engagement zu unternehmen. Meine ganze Familie und ich sind nach Süddeutschland gezogen. In einem kleineren Club in der Nähe von München habe ich sechs Jahre lang mit meiner Familie gelebt und als Trainer gearbeitet.  Und dann hatte ich noch für vier Jahre in Weiden eingestiegen. Zu diesem Zeitpunkt lebten wir aber wieder in Brezova, unser Sohn begann eine tschechische Schule zu besuchen, und meine Frau kehrte zu ihrem Beruf als Lehrerin an der örtlichen Grundschule zurück. Ich konnte von zu Hause aus in das grenznahe Weiden pendeln. Während meiner zehn Jahre in Deutschland, wo Eishockey bekanntlich nicht annähernd so beliebt ist wie in unserem Land, habe ich alle Jugendkategorien durchlaufen und immer mehr Mannschaften parallel als Cheftrainer geführt. Es war eine tolle Schule. Ich habe viel gelernt und viele interessante Leute kennengelernt. Mein Treffen mit Thomas Pacina, der Anfang der 1980er Jahre mit seiner Mutter und Großmutter nach Deutschland emigrierte und zum Zeitpunkt unseres ersten Treffens als Jugendtrainer in Erding arbeitete, erwies sich als entscheidend für die Zukunft. Wir lernten schnell, dass wir die Dinge im Hockey, und auch andere, sehr ähnlich betrachteten und wir wurden tolle Freunde. Bald darauf ging Tomas nach Kanada und dank ihm konnte ich mein erstes Praktikum in der Wiege des Eishockeys absolvieren. Meine Sicht auf die Coachingarbeit hat diese Erfahrungen sehr stark beeinflusst. Zunächst habe ich damals verstanden, wie wichtig der mentale Bereich für die Spieler und den Erfolg der Teamarbeit war. 

 

Beeinflusst vom Überseehockey und allen bisherigen Sporterfahrungen kam mir während meines ersten deutschen Engagements und Studiums an einer Trainerschule in Prag noch die Idee zur Gründung einer internationalen Sommer-Eishockey-Akademie. Ich wollte jungen Spielern aus verschiedenen Ländern ein Treffen mit Hockey bieten, das eine tolle Erfahrung für sie wäre und ihre Beziehung zum Hockey und Sport im Allgemeinen stärken würde. Aus meiner bisherigen Spieler- und Trainererfahrung wusste ich, dass die Effektivität des Trainings im Trainingslager die Effektivität der normalen Vereinsvorbereitung unter heimischen Bedingungen übersteigt. Aus diesem Grund bin ich mit all meinen Teams sehr regelmäßig und so oft wie möglich in verschiedene Camps gefahren. Ich bot meinen Freunden Tomas und Miro, denen ich sehr vertraute,  die Zusammenarbeit bei diesem Projekt an. Und ich war froh, dass beide das Angebot angenommen haben. Neben der Motivation der Spieler haben wir die Teamarbeit als zweites Ziel festgelegt. Wir wollten allen Teilnehmern (z.B. Kindern, Assistenztrainern und Elternbetreuern) helfen zu verstehen, wie wichtig Teamarbeit für den Erfolg ist. Die ersten beiden Jahre 1995 und 1996 fanden in Marienbad unter dem Namen MS INTERNATIONAL ICE HOCKEY CAMP statt.  Auch, weil Martin Straka, der damals gerade in der NHL startete, und Marek Sakora, bereits ein sehr erfolgreicher Extraliga-Trainer, als Gäste dabei waren. Deshalb die beiden Buchstaben am Anfang des Titels. Aber auch für die Bedeutung der mentalen Stärke und optimale Bedingungen in marienbader Sportcenter.  Und das Motto von T.E.A.M., Together Everyone Achieves More, ist unser Hauptmotto geworden. Der Start der Akademie war sehr anspruchsvoll, aber das Feedback der Teilnehmer und ihrer Eltern bestätigte die Richtigkeit der Absichten. Seit dem dritten Jahr im Jahr 1997 haben wir die Veranstaltung in Pro Hockey Akademie umbenannt. Dies war nicht mehr zusammen mit Miro Prerost, dessen Hockey-Pfad in eine andere Richtung führte. Er setzte sein Trainertalent im Jugend- und Erwachsenenhockey im In- und Ausland sehr erfolgreich ein. Tomas Pacina, der eine grundlegende Rolle bei der Schaffung von Philosophie und Inhalt von PHA hatte, nahm nicht regelmäßig aufgrund seiner Arbeitsaufgaben in Übersee teil. In den folgenden Jahren gab es jedoch viele andere große Ausbilder und andere Helfer aus verschiedenen Ländern, die sich auch mit großem Enthuziasmus der Arbeit in der PHA anschlossen haben. Wir haben es regelmäßig geschafft, Hockey-Persönlichkeiten aus der Tschechischen Republik und dem Ausland zu engagieren. Für alle möchte ich einen von ihnen nennen. Er ist die Legende des tschechischen Eishockeys Robert Reichel, der in vierzehn Jahren beteiligt, zehn von ihnen zusammen mit seinem Sohn Christian. Robert kam 1997 zum ersten Mal. Auf die Frage "Wie wird die tschechische Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Nagano ausfallen?", antwortete Robert: "Wenn wir als Team spielen, haben wir eine Chance auf Erfolg." 

Dank all dieser erstaunlichen Menschen konnte die Akademie 2020 ihr zweites Vierteljahrhundert beginnen. Im Laufe der Jahre haben wir mehrere tausend junge Spieler und Spieler, von denen die meisten mit ihren Eltern gekommen sind, und Hunderte von Trainern und anderen Helfern aus der ganzen Welt begrüßt. Für mich ist dieses internationale Sommertreffen verwandter Hockeyseelen zu einer großen Leidenschaft und einem festen Bestandteil meines Berufslebens geworden.

Nach meiner Rückkehr aus Deutschland habe ich drei weitere Jahre bei meinem Stammverein in Sokolov mit der Jugend geholfen. Seit 2004 arbeite ich in der Jugendabteilung des HC Energie in Karlsbad. Von 2006 bis heute als Jugendcheftrainer. Die Arbeit in dieser Funktion brachte mir eine großartige Gelegenheit das Eishockey und vor allem die Jugendarbeit aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen. Bis dahin war ich jahrzehntelang immer iin Eishockeyteams. Erst als Spieler, dann als Trainer. Jetzt bin ich in einer Position, in der ich alles aus einer bestimmten Perspektive beobachten kann. Ich bin sehr dankbar für diese Gelegenheit. Die Zusammenarbeit mit den Trainern, aber auch mit anderen Kollegen im Verein macht mich sehr glücklich und gibt mir viel Energie. Die Leistungen unserer jungen Spieler aller Kategorien zu beobachten, ist für mich immer ein tolles Erlebnis.  

Aber ich gewinne auch mit meinem eigenen Sport an Kraft. Ich ziehe es vor, mich in der Natur zu bewegen. Nur bei sehr schlechtem Wetter setze ich mich zu Hause auf einem Hometrainer. Skilanglauf ist schon lange Jahre eine meiner Lieblingsaktivitäten. Das ganze Jahr über. Im Winter auf klassischen Skiern, im Sommer auf diesen Rollerskis. Wir betreiben diesen Sport, und regenerieren regelmäßige in der Sauna, zusammen mit zwei Freunden, Klassenkameraden aus der Schule in Brezova, sehr regelmäßig. Einmal im Jahr treffen wir uns mit einer grösseren Gruppe von Freunden und Klassenkameraden, fahren durch die Tschechische Republik oder ins Ausland, um Radsport und andere Formen des Tourismus zu unternehmen. Der Sport verbindet seit Jahrzehnten unsere Freundschaften. 

Mit Sport in der Natur ziehe ich es vor, die nötige Lebensenergie aufzufüllen. Die Herausforderungen schwinden nicht. Umgekehrt. Die gegenwärtige Welt ist anders als zu der Zeit, die ich am Anfang beschrieben habe. Wir alle, die wir mit Kindern in Sportorganisationen arbeiten, wissen sehr gut, wie sehr es den meisten Kindern an täglichen spontanen körperlichen Aktivitäten mangelt. Wie kann man Kindern helfen? Dies ist eine häufige Frage in Coaching-Boards und verschiedenen Seminaren. Die Suche nach Antworten läuft. Es gibt viele Ideen. Es ist sicherlich nicht einfach, eine wirklich effektive Lösung für dieses Problem zu finden. 

Ich biete meine, vielleicht zu gewöhnliche Reise durch das Leben mit Sport in diesem Zusammenhang an, weil sie helfen kann, zufrieden und gesund zu sein. Auch wenn der Weg nicht von Scharen von Fans gesäumt ist, kein außergewöhnliches Interesse der Medien da ist und man holt keine Medaillen bei der WM. Natürlich träumte ich von all dem, als ich jung war. Und ich glaube auch jetzt, dass wir Kinder in ihrem Träumen unterstützen müssen. Aber in den großen Ligen zu spielen, die NHL, oder sogar die Olympischen Spiele zu gewinnen ist definitiv nicht der Weg für Jeden. 

Die Realität ist, dass der Profisport nur für einen vernachlässigbaren Prozentsatz der Kinder, die mit dem Sport beginnen, geeignet ist. Persönlich sehe ich beruflichen Erfolg in erster Linie als Chance, jeden Tag eine solche Arbeit zu machen, auf die ich mich freue, die für jemanden von Vorteil ist und von der ich glücklich bin. Das ist meine Erfahrung. Meine Wahrheit. Ich verstehe und akzeptiere, dass nicht alle zustimmen müssen. 

Für die Eltern und Trainer der jungen Athleten von heute sind, meiner Meinung nach, die Antworten auf die folgenden drei Fragen wichtig. Hier biete ich meine Version der Antworten an:

 

1. WARUM ist die freie Wahl eines Kindes so entscheidend bei der Wahl der Sportart?

Denn nur wenn diese Grundvoraussetzung für das Kind erfüllt ist, besteht eine gute Chance, dass es wirklich in diese Tätigkeit eintaucht und dass diese dann zu einer Leidenschaft wird. 

Und damit ein Kind die richtige Wahl trifft, braucht es genügend Möglichkeiten. Dieses Angebot zu erstellen, ist die Aufgabe der Eltern.  Wenn ein kleines Kind eine Sportart versucht, sind seine Eltern in der Regel da. Oder zumindest einer von ihnen. Wenn es sich um einen Sportvereins geht, ist in der Regel auch einen Trainer da. Alternativ ein Lehrer, wenn es um Sport in der Schule oder im Kindergarten geht. Zu dieser Zeit ist es sehr wichtig für Erwachsene, gut zu beobachten, ob dies eine Aktivität ist, die das Kind anzieht und ihm Freude bereitet. Wenn dies für einen bestimmten Zeitraum geschieht, zum Beispiel für mehrere Monate, wird es sehr wahrscheinlich der richtige Sport für das Kind sein. Wenn nicht, passiert nichts. Der Suchvorgang wird an anderer Stelle fortgesetzt. Ein häufiger Fehler der Eltern ist es, zu versuchen, das Kind nach ihren Wünschen in den Sport zu manipulieren. Trotz der Tatsache, dass das Kind nicht viel Interesse zeigt. 

Der ehemalige Eishockeyspieler und Trainerkollege, Jiri Neubauer, der vor vielen Jahren Olympiasieger Martin Straka als Anfänger in der Pilsener Laufschule erlebte, erzählte mir eine schöne Geschichte über ihn. Damals beendeten die kleinsten Skodas die letzte Trainingseinheit der Saison und standen vor einem Sommer ohne gemeinsames Training auf dem Eis. Alle Kinder waren gegangen, und nur der kleine Martin blieb auf der Bank. Weinte. Jirka kam auf ihn zu und fragte ihn, was mit ihm geschehen sei. Martin antwortete, dass er traurig war, weil die Eishockey-Saison gerade zu Ende war und er für eine lange Zeit nicht auf dem Eis gehen kann. Manchmal beobachten wir jedoch in den Anfängergruppen Kinder die weinen, weil sie gar nicht auf das Eis gehen wollen. Und Eltern oder Trainer reagieren nicht. Oder werden sogar aufs das Eis gezwungen.  

Die ehemalige Tennis-Nummer eins der Welt, der Russe Marat Safin, gab kürzlich in einem Geständnis zu: "Ich wollte nie Tennis spielen, ich habe es nie genossen. Mir ging es nicht gut, und ich litt unter dem Druck all dieser Pflichten. Meine Leidenschaft war der Fußball." Während seiner Karriere zerstörte er mehr als 1.000 Raketen auf den Plätzen, die er in weniger als 30 Jahren wegen Knieproblemen beendete. Jetzt lebt er allein, nur noch von Katzen umgeben. Und er nimmt nicht einmal Besucher an. Was für ein großer Unterschied zu einem anderen brillanten Tennisspieler, Roger Federer. Mit 38 Jahren spielt er immer noch Tennis auf höchstem Niveau und genießt es sichtlich. Seine Autobiografie (geschrieben von René Stauffer) ist sehr inspirierend. 

Wenn wir wollen, dass ein Kind für eine lange Zeit in seinem Sport glücklich ist und eine dauerhafte Beziehung zu ihm aufbaut, muss es Wahlfreiheit haben. Manchmal sagen seine Eltern: "Ihm macht aber nichts Spass." Und ich frage: Ist der Fehler nicht bei uns Erwachsenen? Sind wir nicht zu sehr auf unsere Ideen und Erwartungen fixiert? Bieten wir die richtigen Möglichkeiten? Sind wir bereit zu akzeptieren, dass unser Kind lieber Klavier als Hockey spielen würde?

 

2. WIE können Eltern ihr Kind am besten bei ihren sportlichen Aktivitäten unterstützen? 

Eine hochwirksame Pädagogische Methode ist ein persönliches Beispiel. Das gilt meiner Meinung nach in allen Bildungsbereichen. Und wenn ein Elternteil ein gutes Beispiel für seine Nachkommen in ihrer Herangehensweise an den Sport ist, gibt es eine große Chance, dass das Kind diese Einstellung úbernimmt. Wenn ein Kind positive Vorbilder findet, die es imitiert und ihnen entsprechen will, ist es auf dem richtigen Weg. Ältere Geschwister haben oft einen erheblichen Einfluss. Wenn sie begeistert werden, „infizieren“ sie in der Regel den Jüngeren, und er will ihnen entsprechen. Ich habe es unzählige Male in meiner Coaching-Praxis erlebt. Ein schönes Beispiel ist der phänomenale Sprinter Usain Bolt, der als Kind immer wieder seine älteren Brüder einholen wollte.

Wenn wir das Gefühl haben, dass das Kind die richtige Wahl getroffen hat, glücklich in seinem Sport ist und bestrebt ist, sich zu verbessern und erfolgreich zu sein, dann sollten wir ihm die bestmögliche Unterstützung geben. Wir müssen jedoch akzeptieren, dass Vereinsprogramme nicht die notwendige komplette Grundlage von Vielseitigkeit und gleichzeitig die speziellen Fertigkeiten den jungen Sportler anbieten können. Selbst die besten Organisationen sind nicht in der Lage, alles abzudecken, was nötig ist. Dem Kind muss die Familie helfen, einen wirklich guten Kindersport zu betreiben. Häufige und wenn möglich sehr abwechslungsreiche gemeinsame Familienaktivitäten, die auch mit einem Aufenthalt in der Natur verbunden sind, sind für einen jungen Sportler extrem wichtig. Eine geeignete Auswahl an komplementären Sportarten ist ebenfalls sehr vorteilhaft. Darüber hinaus ist es notwendig, nach Wegen für das Kind zu suchen, um rein spontan, nicht von Erwachsenen organisiert, Spiele und Sport zu erleben. Das heißt, nach einer Alternative zu dem "Spielplatz" zu suchen, den die "Vorcomputerkinder" hatten. Und wenn das Training zum Spiel für ein Kind wird, haben wir, in der Regel gewonnen. Mentaltrainer Marian Jelinek hat bei einem seiner Vorträge, die vor allem für Jugendtrainer und Eltern junger Athleten gedacht waren, folgende Gleichung verwendet: L (Leistung) = P (Potential) – Be (Bremsender Einfluss). Übermäßige Kontrolle ist einen sehr starken Einfluss. Manche Eltern kommentieren alles und bewerten es oft zu kritisch. Über den Sport seines Kindes spricht er im Plural der ersten Person: "Wir können heute nicht zum Training gehen, wir sind krank." Dieser Ansatz, bei dem die Eltern den Sport seines Kindes zu persönlich nehmen, ob Erfolg oder Misserfolg, ist einer der sehr starken Hemmnisse für die Entwicklung des Potenzials von Kindern.  

In seinem ersten biografischen Buch (verfasst von Jan Smid) erwähnt Jaromir Jagr, der ein erstaunliches Vorbild für Tausende junger Athleten in unserem Land ist, immer wieder seine Eltern und Großeltern, wie sie ihn mit ihrem persönlichen Beispiel in vielerlei Hinsicht beeinflusst haben. Oder seine Ausbildung in individueller Technik, als er als kleiner Junge im Hinterhof mit Stock und Ball spielte, den sein Hund ihm ständig wegzunehmen versuchte. 

Und auch der Vorfall bei der Weltmeisterschaft 1985 in Prag, wo ihn sein Vater als 13-Jährigen zum Spiel der Nationalmannschaft gegen Kanada mitnahm. Jaromir hat in dieser Meisterschaft ein großes Vorbild gefunden. Es war, der damals sehr junge, Mario Lemieux. Jaromir sagte: „Ich er will so werden wie er.“ Und als er mit ihm in dem gleichen Team in seinem ersten Jahr in der NHL spielte, schreibt Jagr in seinem Buch, und manchmal als Rookie weniger spielte, nutzte er diese Momente um seinen großen Lehrer bei dem Spiel zu beobachten. 

 

3. WAS können Trainer und Sportorganisationen für einen jungen Sportler tun? 

Zuallererst sollten sie eine solche Umgebung bieten, in der sich das Kind sicher fühlt. Ein Umfeld, in dem es nach der Erfüllung seiner Schulpflichten furchtlos und mit Freude seinen Sport betreiben kann. 

Darüber hinaus sollte die Aktivität, von den jüngsten Kategorien an, so vielseitig wie möglich sein. Ich würde sagen es sollte ein Multisportprogramm sein, wo die Vielfalt der Spielformen dominiert. 

Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass die Fertigkeiten für eine bestimmte Spezialisierung von Anfang an gezielt und parallel zur Entwicklung der Vielseitigkeit trainiert werden muss. Ohne sie ist es sehr schwierig, später die oberste Ebene und die notwendige Qualität der Bewegung zu erreichen. Dies wird manchmal im Rahmen des "Kampfes gegen die frühe Spezialisierung" vergessen. Sie müssen nach einem goldenen Mittelweg suchen. 

Und wenn diese Grundlagen richtig gelegt sind, ist es möglich, in der Pubertät ein großes Trainingsvolumen anzubieten, was für die mögliche Zukunft des Athleten im Spitzensport absolut entscheidend ist. In diesem Zeitraum ist es notwendig, die aktuellen Ergebnisse nicht zu bevorzugen, sondern in die Zukunft zu blicken. Ich meine, einen Athleten so zu sehen, wie er eines Tages sein könnte.  Der Satz "Was in dieser Zeit vernachlässigt wird, werden wir im Erwachsenenalter nie nachholen", habe ich vor kurzem von einem erfahrenen Sportarzt gehört. MUDr. Jiri Dostal vom Prager Zentrum für Sportmedizin hat bei einem Seminar für Trainer über die Notwendigkeit eines großen Trainingsvolumens mit geringerer Intensität bei Sportlern im Alter der Pubertät, und kurz danach, gesprochen. Diese Behauptung ist durch jahrelange Forschung in diesem Bereich gestützt. Ein solches Training erhöht den Gesamtwiderstand des Körpers des Athleten gegen Verletzungen in der Zukunft deutlich. Und es wirkt sich auch erheblich auf die Gesundheit der Athleten nach dem Ende ihrer Karriere aus. So kann zum Beispiel auch in der Zeit des späten Erwachsenenalters ein Mensch von einer stärkeren Gesundheit profitieren, da er in seiner Jugend eine qualitativ hochwertige Ausbildung durchlaufen hat. Die Meinungen dieses Top-Experten empfehle ich wirklich jedem, der sich um junge Athleten kümmert, sehr. 

Und es gibt noch eine weitere, extrem wichtige Bedingung. Wenn der Jugendtrainer den Kindern wirklich helfen will, sich optimal zu entwickeln, muss er eine Art „Serviceman“ für den Sportler sein. Ich meine die Fähigkeit, sich wirklich um seine Athleten zu kümmern und für sie da zu sein. Sich nicht in die Hauptrolle der gesamten Veranstaltung zu setzen. Das vorgetäuschte Interesse wird vom Kind erkannt und die Zusammenarbeit ist nicht so, wie es für seine optimale Entwicklung benötigt wird. 

Darüber hinaus sollte natürlich der Individualisierung der Vorbereitung, der Kompensation, der Regeneration, der Schaffung der richtigen Gewohnheiten im Bereich des Lebensmanagements, der Ausbildung der Eltern und vielen anderen Dingen große Aufmerksamkeit geschenkt werden. 

All dies ist extrem schwierig zu erreichen. Es erfordert eine Menge Investitionen. Zeit, Finanzen, Energie. Und eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Familie des Sportlers. 

Die ideale Voraussetzung für einen jungen Athleten ist, wenn er/sie eine optimale Unterstützung von der Familie (jeder Elternteil kann es direkt beeinflussen) und vom Club hat (dies wird in der Regel nicht direkt vom Elternteil beeinflusst). Aber wir alle wissen, dass Trainer und Organisationen manchmal nicht optimal funktionieren. Dann muss das Elternteil des Kindes reagieren. Wenn er Zweifel an der Arbeit eines Trainers oder einer Organisation hat, muss er mit dem Coach oder mit der Leitung der Organisation kommunizieren. Wenn seine Zweifel und sein Misstrauen lange anhalten, sollte er eine andere Organisation für sein Kind finden. Indem ein Elternteil sein Kind in einem Umfeld zurücklässt, dem er nicht vertraut und gleichzeitig immer wieder kritisiert, schadet er nicht nur seinem Kind und sich selbst, sondern auch allen anderen Beteiligten. 

 

Und noch ein paar Gedanken am Ende:

Warum? Was? Wie? So sollten wir immer wieder Fragen zum Kindersport als Eltern, Trainer und Lehrer stellen. Ich persönlich arbeite nicht gerne mit Menschen zusammen, die bereits "alles wissen" und die für alles einfache Lösungen haben. Bildung und Lernen ist ein Prozess der kontinuierlichen Suche und Entdeckung. Und es ist auch eine große Verantwortung.

Freie Wahl, die richtigen Vorbilder, eine sichere Umgebung, reichlich Gelegenheit, einfühlsame und leidenschaftliche Trainer, Lehrer... Und ein bedingungslos liebevoller Elternteil. So kann ein Kind für seinen Sport ins Feuer brechen und es mit Leidenschaft betreiben. Erst dann wird er jede Trainingsübung wirklich gründlich und mit Eifer durchführen. Üben wird für ihn zu einem Spiel, was den Lernprozess um ein Vielfaches effizienter macht. Spielen mit der Liebe, oder spielen mit Angst, das ist ein großer Unterschied!

In meiner Rolle als Elternteil eines jungen Sportlers habe ich sicherlich, wie jeder Elternteil, auch eine Reihe von Fehlern gemacht. Aber meine Frau und ich haben immer versucht, dafür zu sorgen, dass unser Sohn in seinem Sport die Wahlfreiheit hat und nicht das Gefühl hat, dass er es muss, denn das ist es, was wir wollen. Gleichzeitig wollte ich als Vater, Sportler und Trainer ein gutes Vorbild im Sport sein. Mal ein Mentor, mal Sparringspartner, mal Motivator. Jiri spielte Hockey, seit er ein Kind war, genau wie ich. Er begann als Vierjähriger in Deutschland während meines ersten Engagements. Dort ging er in den Kindergarten und in die erste Klasse. Nach unserer Rückkehr nach Tschechien setzte er seine Karriere in Sokolov und Karlsbad bis zu seinem Gymnasiumabitur fort. Vor seinem Abschluss absolvierte er auch eine Saison in der kanadischen Junioren WHL. Nach dem Studium wusste er noch nicht, welchen Karriereweg er einschlagen wollte. Er entschied sich daher, Englisch und Deutsch an der Universität Westböhmen in Pilsen zu studieren. Auch für uns Eltern schien es eine sinnvolle Entscheidung zu sein, wenn er noch nicht wusste, was er eines Tages tun wollte. Damals pendelte er nach Deutschland um in der Oberliga zu spielen. Er finanzierte so auch sein Studium mit. Auch nach dem College-Abschluss wusste er noch nicht ganz, welchen Weg er gehen sollte. Also beschloss er, weiter in Deutschland zu spielen, Kinder zu trainieren und einen Trainerkurs zu absolvieren. Und vor ein paar Jahren kam der Moment, als er beschloss, seinen Lebenslauf an Hockey-Clubs zu schicken, die einen jungen Profi-Trainer suchen konnten. Mehrere Angebote wurden ihm zurückgegeben. Er entschied sich für das italienische Meran. Unter anderem, weil er ein begeisterter Flyfischer ist. Er arbeitete drei Jahre lang gerne in einem wunderschönen Alpenort und liebte die Südtiroler Mentalität sehr. In diesem Jahr näherte er sich dem Zuhause. Kürzlich begann er sein Engagement in Regensburg. Wenn wir ihn jetzt, als Erwachsenen, mit meiner Frau und seinen Großeltern beobachten, sind  wir glücklich. Nicht nur, weil er einen ähnlichen Weg wie ich in seinem Leben einschlägt. Vor allem aber, weil wir sehen, dass er die Sachen gerne und mit Liebe macht.

Jeder von uns Eltern will nur das Beste für sein Kind. Das ist ganz natürlich. Jedoch ist nicht immer für das Kind das Beste genau das, von dem wir als Eltern überzeugt sind. Was nie funktioniert, ist sicherlich ein unverhältnismäßiger Druck auf das Ergebnis. Was bedeutet übermäßiger Druck? Zum Beispiel, wenn ein Elternteil wiederholt und langfristig im Falle eines "Versagens" negative Emotionen manifestiert. In diesem Fall besteht eine große Gefahr! Die Angst vor dem Scheitern, mit der nicht gut gespielt werden kann, wird chronisch. Das Kind wird glauben, dass es von den Eltern nur dann geliebt wird, wenn das Ergebnis gut ist. Und früher oder später kann es den Druck nicht mehr akzeptieren. 78 Prozent dieser Kinder leiden an einem Burnout-Syndrom und beenden ihren Sport vor dem 18. Lebensjahr. 74 Prozent von ihnen bleiben negativ zu allen sportlichen Aktivitäten für das ganze Leben. Und es besteht die Gefahr weiterer psychischer Schäden. Diese überwältigenden Zahlen, die das Ergebnis von Studien in den Vereinigten Staaten sind, werden von dem ausgezeichneten Sportpsychologen Michal Safar, Dekan der FTK der Universität Olomouc, in seinem Vortrag "Wollen Sie wirklich einen Champion zu Hause?" vorgestellt. Vor ein paar Jahren lud ich Michal zu uns nach Karlovy Vary ein, um den Trainern und Eltern der Kinder unseres Hockeyclubs einen Vortrag zu diesem Thema zu bieten. Wenn wir diese Gefahr vermeiden wollen, müssen wir unseren Kindern einen Sport und ein Leben mit Liebe ermöglichen. Seien wir gute Vorbilder für sie.

Ganz am Ende meines Beitrags, ein Überblick von "Fair Play Regeln", die wir von den Eltern in unserem Hockey-Club erwarten:

• Die Basis ist Spaß und positive Umgebung. 

• Lehren Sie sich selbst und Ihrem Kind die Emotionen zu kontrollieren. 

• Lassen Sie Trainer und Kinder kreativ sein. 

• Sagen Sie nicht, wie oft Ihr Kind falsch gespielt hat, es ist ein Lernprozess. 

• Durch Training lernen Die Kinder das Spielen.

• Die Eisbahn sollte der Ort zum Ausruhen sein. Beobachten Sie Ihr Kind in Frieden. 

• Kritisieren Sie mit anderen Eltern nicht Trainer oder Schiedsrichter. 

• Beurteilen Sie nicht den Teamkollegen Ihres Kindes. 

• Messen Sie Ihr Kind nicht mit anderen.  

• Unterstützen Sie Ihr Kind, freuen Sie sich über Spaß und Teamarbeit. 

• belohnen Sie harte Arbeit, Engagement und Disziplin. 

• Hören Sie zu und unterstützen Sie Ihr Kind. 

• Vertrauen Sie Ihrem Kind.

• Die Schiedsrichter sind nicht der Grund für die Niederlage. 

• Es gibt wichtigere Dinge als Eishockey

Tomáš Pacina

Pacina trainierte Crosby oder Iginla. 
„Schützen wir die Kinder nicht vor dem Verlieren“, sagt er.

Sein Vater War der ikonische Journalist der Zeitung MF DNES. Im Alter von drei Jahren nahm er seinen Sohn Tomas mit in die Spartaarena in Prag, wo er große Eishockey-Interviews machte. Zu den Familienfreunden gehören Ludek Bukac, Jiri Holik, Karel Gut und Ivan Hlinka. "Mein Vater hat mir beigebracht, Eishockey zu lieben", gibt Tomas Pacina zu. 

Tomas Pacina . Mit 15 emigrierte er mit seiner Mutter nach Deutschland, wo er im Alter von 20 Jahren seine  Trainerlaufbahn begann. Zuerst mit den Kindern, später, in Übersee, hat er es als Eishockey-Skills-Coach bis in die NHL geschafft. "Ich erinnere mich, in den Duschen der Montreal-Arena sah ein riesiges Canadiens Logo auf den Fliesen. Plötzlich wurde mir klar, dass ich es wirklich irgendwo hingeschafft hatte."

Zu seinen Kunden gehörten Sidney Crosby, Jarome Iginla, Patrick Kane und John Tavares. Jetzt ist der 51-jährige Pacina in Tschechien angekommen, wo er, wie er sagt, seine Erfahrung in der Ausbildung von Kindern an lokale Trainer weitergibt.

Wie sollen Kinder ausgebildet werden?

Mit Liebe!

Aber wie behältst Du Deine Liebe, wenn du 20 wilde Jungs trainierst?

Kinder mögen Liebe, aber sie mögen auch Disziplin. Sie möchten wissen, wie die Übung aussehen wird. Und dass es Konsequenzen gibt: Wenn etwas getan wird, passiert etwas. Aber wir als Eltern erlauben den Kindern jetzt alles, und sie wissen nicht, welche Folgen es hat. Deswegen sind sie nicht für das Leben vorbereitet. Bei mir wussten die Kinder immer, was sie von mir erwarten können. Wenn ich weiß, was ich von einem Trainer erwarten kann, fühle ich mich sicher. Wenn er unberechenbar ist, fühlt sich das Kind nicht sicher und will nicht lernen. Es konzentriert sich darauf, die Emotionen zu verbergen.

Gibt es einen Leitfaden, wie man sie einbindet?

Nein. Aber man muss verschiedene Sportarten machen, wie Fußball oder Handball auf dem Eis, um die Kinder zu unterhalten. Hier ist eine große Traineraufgabe. Sie müssen es so organisieren, dass die Kinder lernen, ohne zu wissen, dass sie lernen. Die Kinder werden nicht lange in der Schlange stehen. Sie alle müssen den Puck haben, sich bewegen. Ein Trainer ist kein Polizist, der beim Training den Verkehr regelt. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Grundlagen richtig gemacht werden.

Es gibt viele Experten, die sagen, dass Kinder unter zehn und zwölf Jahren nicht auf die Ergebnisse spielen sollten.

Das ist eine neue Welle, mit der ich zutiefst nicht einverstanden bin. Ich denke, die Kinder zählen sowieso die Tore mit. Eine Urkunde für den fünften Platz zu bekommen ist keine Vorbereitung für das Leben. Dann kommen sie zur Universität, schreiben eine 49-prozentigen Prüfung, und sie sind nicht bereit, mit Misserfolgen fertig zu werden. Und davon wartet viel auf jeden Menschen im Leben. Trainer und Eltern haben die Pflicht, sie auf das Scheitern vorzubereiten und nicht davor zu schützen. Sicher, wir müssen nicht mit Sechsjährigen punkten, aber Kinder müssen wissen, dass sie jeden Tag arbeiten müssen, um besser zu werden. Wenn wir ihnen sagen, dass wir die Tore nicht zählen werden, dass alle Gewinner sind, dann ist das nicht die Realität des Lebens.

Wie sehr haben sich die Kinder in den 30 Jahren, die Sie trainiert haben, verändert?

Sehr viel! Sie sind anders als vor zehn Jahren, was ein großes Problem für die Gesellschaft ist. Ich weiß nicht, was hier los ist, aber wir haben Kinder im Ausland, die nur erwarten. Sie sind nicht in der Lage zu erkennen, dass zuerst arbeit ist, erst dann werden die Ergebnisse kommen. Sie denken, dass sie jetzt Anspruch auf die Ergebnisse haben. Sie werden dazu gebracht, keine Verantwortung zu tragen. Und wenn es ein Problem in der Schule, oder beim Eishockey, gibt, geben die Eltern automatisch die Schuld an dem Lehrer oder dem Trainer. Sie sehen nicht kritisch genug, dass ihr Kind nicht in der ersten Reihe spielt, weil er nicht trainiert hat.

Ich denke, wir haben es hier mit ähnlichen Problemen zu tun. Was ist das?

Weil Eltern viel arbeiten und sich schuldig fühlen, dass sie mit den Kindern nicht genug Zeit verbringen. Ihre Kompensation ist, dass sie alles zulassen. Aber auch mit NHL-Spielern ist es ein anderer Job als es vor 15 Jahren. Sie kommen herein und haben nur Erwartungen, weil sie daran gewöhnt sind, einen Personal Trainer ab dem Alter von zehn Jahren zu haben. Sie sind das Herzstück, also kommen sie herein und sagen, was kannst du mir anbieten? Was werden Sie für mich tun? Und wenn du es nicht machst, gehe ich woanders hin. Langfristige Loyalität und Zusammenarbeit verschwinden. Es geht darum, was und wer es jetzt für mich tun wird.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass Eltern Sportvereine als Dienstleistung wahrnehmen. Sie zahlen, sie bringen das Kind, sie holen es ab, und du kümmerst dich.


Sie halten es für Babysitting. Dies ist, wo wir ihn niederlegen und wir wollen einen Nhl-Spieler aus ihm. Wenn Sie das nicht tun, gehen wir zu einem anderen Verein. Das ist ein globales Problem. Sie erwarten automatisch, dass das Kind Ergebnisse hat, aber es wird vergessen, dass es noch zu Hause viel arbeiten muss. Und dass die Ergebnisse mit seinem Charakter. 

 

Sind in Nordamerika die Eltern von Hockeyspielern ehrgeizig?

300.000 bis 400.000 Dollar kostet sie, bevor es ein 10-Jähriger in die NHL schafft, Was im Durchschnitt 50.000 Dollar pro Jahr sind.

Eishockey ist nur für die Reichen?

Ja, es ist schwer für Leute aus der Mittelschicht, es zu finanzieren. Als ich 1994 als Skills Coach anfing, gab es den Beruf nicht. Jetzt gibt es Tausende von ihnen und es ist ein riesiges Geschäft. Es gibt heute keinen jungen Spieler in Amerika, der eine Chance hat, höher zu kommen, dass er keinen privaten Skills-Coach hat. Sie arbeiten am Schießen, an Täuschungsbewegungen, am Skaten. Camps gehen das ganze Jahr über, es gibt private Akademien. Ich arbeitete bei einer. Und der Beitrag ist dort 38.000 Dollar pro Jahr. Ja, es ist mit Schule, Unterkunft und Essen, aber das ist Geld, wie wenn man nach Harvard geht. Und doch hatten wir acht Teams mit 20 Kindern.

In Deutschland hast du angefangen Kinder zu coachen. Wie bist du nach Kanada gekommen um mit den besten Spielern zu arbeiten?

Mit Liebe!

Hilft das wirklich?

Ich hatte schon immer einen Traum vom Coaching in Kanada, also habe ich 1994 einen Job als Assistent bei einem Juniorenteam in Calgary angenommen. Ich ging zu den Flames-Trainingseinheiten, wo Slava Lener arbeitete, der meinen Vater kannte. Und er lehrte mich jeden Tag. Es dauerte nicht lange, bis ich mit der Frauen-Nationalmannschaft zu arbeiten begann. Tom Renney, damals Cheftrainer der kanadischen Männer-Nationalmannschaft, hat mich dort gesehen und mir meine erste Chance gegeben. Ich kam vor dem Training und arbeitete mit Spielern an individuellen Fähigkeiten. Bald darauf bekam er einen Job bei den New York Rangers, und ich war Teil seines Teams.

In welcher Rolle?

Ich habe die Rookie-Camps gemacht. Später arbeitete ich für Floridas Hauptteam, wo ich für die Anfänge des Trainings verantwortlich war. Dann ging es nach Montreal. Ich erinnere mich, in den Duschen der Montreal-Arena sah ein riesiges Canadiens Logo auf den Fliesen. Plötzlich wurde mir klar, dass ich es wirklich irgendwo hingeschafft hatte.

Sie sind im Team in Pittsburgh gewesen, Sie haben seit Jahren ein Vorsaison-Camp für die größten Stars der NHL. Was lehrst du einen Crosby?

Das wahre Wort ist zu perfektionieren, Nicht zu lehren. Es ist nicht so, dass Tomas Pacina Crosby unterrichtet, aber Tomas Pacina spricht mit Crosby. Aus der Diskussion entsteht etwas. Und ich weiß aus meiner Erfahrung, dass je besser die Spieler, desto offener sind sie, Weil sie verstehen, dass selbst kleinste Details entscheiden können, ob sie einen Vertrag verlängern oder nicht. Zum Beispiel sagte Jarome Iginla, mit dem ich vier Jahre lang zusammenarbeitete, dass er dank unserer Zusammenarbeit einen neuen Vierjahresvertrag über 16 Millionen US-Dollar abgeschlossen hat.

Und Crosby hört zu?

Du gibst ihm einen Rat, er wird es sofort versuchen. Dann sagt er gut, oder es passt mir nicht. Aber es passiert nie, dass er mir sagen wird, du hast nie NHL gespielt, also was willst du mir hier beibringen? Nein! Sie wissen, dass, wenn ich ihnen in einer kleinen Sache helfen kann, sie es nehmen werden. In Amerika fragt dich niemand, ob du den Stanley Cup gewonnen hast. Da fragen sie, ob du ein guter Lehrer bist, ein Trainer. Sie beurteilen dich danach, wie vielen Spieler du geholfen hast in die Liga aufzusteigen.

Die NHL Stars wissen aber, dass der Club nicht einen Narren ranlassen wird. Jetzt in der Tschechischen Republik unterrichten Sie Trainer, oder...

Ich gebe Erfahrungen weiter. Ich bin hier, um den Jungs zu sagen, wie ich es gemacht habe, ich zwinge sie nicht, irgendetwas zu tun. Jeder Trainer hat einen Stil. Ich sage, es gibt nur zwei Wege nach oben oder nach unten. Es gibt keine Stagnation, denn wenn ich mich nicht verbessere, werde ich immer schlechter. Crosby kann Eishockey sehr gut, aber er verbessert sich immer noch. Matthews ist einer der besten Scorer in der NHL und verbesserte, trotzdem, seinen Schuss in letzten Jahr. Ja, ich hatte Trainer in meinem Vortrag, um etwas zu erklären, und sie sagten: "Ich kenn das, ich habe es gespielt." Oder andere kamen und sagten zuerst: Weißt du, ich habe nicht so viel gespielt. Nun, was? Die Hauptsache ist, wie Sie jetzt arbeiten. Wie Sie Kinder lieben, wie viel Zeit Sie für die eigene Ausbildung aufwenden. Du musst mit diesen Kindern auf das Eis gehen, ihnen sagen, dass sie einen zu langen Knieschutz haben, dich zu ihnen beugen. Und nicht irgendwo Kaffee trinken und sagen, ich habe es früher gespielt.

Schauen Sie, können Sie mir sagen, warum wir den Zug verpasst haben, warum wir nicht mehr bei den Spitzenteams sind?

Ich beginne anders - ich bin unglaublich überrascht über die fantastischen Bedingungen, die wir hier haben. Wir haben professionelle Trainer, Akademien, zwei Eisflächen auf dem Eis, Fitnessraum, Videos, Ausrüstung. Ich lebte in Schweden, ein Jahr war ich in Finnland, wo meine Ex-Frau spielte, ich trainiere in Amerika, Kanada, und wenn ich ehrlich bin, haben wir die besten Bedingungen in der Welt. Hier in der Tschechischen Republik.

Ernsthaft?

Wirklich! Es ist Unsinn zu sagen, wir brauchen mehr. Aber wir müssen uns die Details ansehen. Jemand muss aufs Eis gehen und sich mit den Details und Grundlagen des Eishockeys mit den Kindern beschäftigen. Wo und in welchen Situationen den Schläger zu haben, wie man das Gewicht verlagert, wie genau zu skaten ist. Wie man richtig die Schlittschuhe schleift, wie groß sollen sie sein. Dann geben wir den Kindern die Möglichkeit, mit anderen zu konkurrieren, denn jetzt sind sie sehr behindert, dass niemand die Details der Ausrüstung mit ihnen abklärt.

Das tun wir nicht?

In Skandinavien zum Beispiel ist das Schlittschuhschleifen eine Wissenschaft, hier macht es jeder. Manchmal ist es notwendig, den Stock zu kürzen. Wir haben gut ausgebildete Trainer, sie sind leidenschaftlich, aber wir müssen uns um die Details kümmern, damit der Spieler in die richtige Hockeyposition kommen kann. Dann werden seine Fähigkeiten wachsen. Es ist, als hättest du nie einen Artikel geschrieben und ich habe dich plötzlich zu einem europäischen Wettbewerb geschickt. Und konkurriere. Dann wirst du verrückt aussehen.

Ich gebe zu, Sie haben mich überrascht.

Das Schlimmste ist, wenn wir sagen, dass wir so etwas vor 30 Jahren nicht gemacht haben und es sind hier großartige Spielern aufgewachsen. Das ist nicht die Art und Weise, wie die Leute in Übersee denken. Es geht nach dem, was der modernste Trend ist, was wirklich funktioniert. Ich selbst habe in dreißig Jahren acht mal meine Meinung über Die Ausbildungstechnik geändert.

Sind die Tschechen konservativ?

Nein! Wir haben Angst. Ich denke, der Kommunismus hat einen großen Schatten in der Seele hinterlassen. Die kommunistische Seele ist eine Seele voller Angst. Angst vor neuer Erkenntnis, Angst vor dem Verlassen des Komforts und dem Lernen neuer Dinge. Wir haben talentierte Menschen, wir sind intelligent, aber wir haben Angst vor Veränderung. Und wie ich am Anfang mit Kindern gesagt habe, wenn man Angst hat, entwickelt man sich nicht. Angst sperrt dich ein.

Auf der anderen Seite erkannte die Generation der 30-jährigen den Sozialismus nicht.

Es wird besser werden, aber es ist notwendig, dass diese Jungs für ein oder zwei Jahre ein Praktikum im Ausland machen. Nicht nur für eine Woche.

Eine weitere Frage, auch wenn es ein Thema ist, von dem es ein anderes Gespräch geben könnte. Sie sind seit Jahren in der Nähe des Frauenhockeys. Sie haben Frauen ausgebildet, aber in Tschechien fragen wir uns oft: Ist Eishockey für Frauen?

Es ist! Kanada hat 60.000 Spielerinnen. Das ist die gleiche Anzahl wie wir Spieler in der Tschechischen Republik haben. Es ist die Zukunft. Ich habe jetzt tschechische Mädchen bei der WM spielen sehen und sie waren fantastisch. Sie hatten ausgezeichnete Fertigkeiten und spielten intelligentes tschechisches Eishockey. Wenn wir mit ihnen arbeiten, haben wir gute Chancen auf eine Medaille, nicht nur auf eine Bronzemedaille.

Gibt es noch intelligentes tschechisches Eishockey?

Ich sah es bei den Frauen. Bei den Männern ist es verschwunden, weil die meisten Länder viel besser skaten. Wenn wir nicht die ersten am Puck sind, müssen nur verteidigen. Aber es wäre ein Fehler, konservativ zu sein. Die NHL wird in ein oder zwei Jahren das Frauenhockey übernehmen. Es wird eine Profiliga geben, und ich denke, wir sollten in diesen Zug eisteigen. 

Autor: Robert Sára

Artikelquelle: idnes.cz